Bayerische Akademie der Wissenschaften

Geschichts­quellen
des deutschen Mittelalters

Chronik von den 95 Herrschaften, Österreichische

Repertorium Fontium 7, 196

Autor
Entstehungszeit 1349-1394
Berichtszeit Weltchronik-1394
Gattung Landeschronik
Region
Schlagwort Heraldik; Illustration
Sprache Deutsch

Beschreibung

Anonym überlieferte, in Handschriften des 15. Jh. als Cronica patrie bezeichnete deutschsprachige Geschichte von Österreich. Sie wurde von Seemüller Leopold Stainreuter, zuvor Matthäus Hagen, Gregor Hagen oder Johannes Seffner zugeschrieben, dann von Heilig (1933) Leopold von Wien, stammt aber nach den Darlegungen von Knapp (2004) auch nicht von letzterem, sondern bleibt anonym (Österreichischer Prosachronist). Für die komplizierte Entstehung nimmt man eine vor 1394 verfasste, Herzog Albrecht III. († 1395) zugedachte erste Fassung an, in die darauf die Serie der 81 österreichischen Fabelfürsten eingefügt wurde. Nach Albrechts Tod wurde die Widmung durch ein Eulogium ersetzt und um einen Bericht von der Pilgerfahrt Albrechts IV. ergänzt. Diese nicht abgeschlossene Redaktion B wurde von Johannes Seffner überarbeitet (Red. A, eine Handschrift). Zu den Quellen des Werkes gehören neben Otto von Freising, Vincenz von Beauvais und Martin von Troppau die Flores Temporum und das Chronicon Bohemorum des Johannes de Marignolis. Der Text ist mit über 50 Handschriften sehr breit überliefert, in manchen Handschriften sind die fabulösen Wappenbeschreibungen durch gemalte Wappen illustriert. Verschiedene deutsche und lateinische Auszüge verzeichnen Edd. Seemüller und Comm. Lhotsky (1963) 319-320. Eine polemische Kritik am Werk stammt von Eneas Silvius Piccolomini in seiner Historia Austrialis. Inc.: Seneca der maister schreibt in dem puch der vier angeltugent.

Handschriften – Mss.

Literatur zu den Handschriften allgemein

Ausgaben – Edd.

Literatur zum Werk – Comm.

Erwähnungen in Autorartikeln

Erwähnungen in Werkartikeln

Letzte Änderung: 25.08.2021