Bayerische Akademie der Wissenschaften

Geschichts­quellen
des deutschen Mittelalters

Synode in Estinnes 743

Repertorium Fontium –, –

Autor
Entstehungszeit 743
Berichtszeit 743
Gattung Synodalakten
Region Frankenreich
Schlagwort Christianisierung; Kirchenreform; Kapitularien
Sprache Lateinisch

Beschreibung

Fränkische Reichssynode, die 743 (wahrscheinlicher als 744) März 1 unter Leitung des Bonifatius in Estinnes (L'Estene, Hainaut/Belgien) zusammentrat. Das Problem der ungesicherten Datierung – die handschriftliche Überlieferung nennt keine Jahreszahl – hängt mit dem Datierungsproblem des Concilium Germanicum 742 und der Bistumsgründungen des Bonifatius 741/42 zusammen. Versammelt waren vermutlich die Bischöfe aus dem Teilreich des Hausmeiers Karlmann (Austrasien). Beschlossen und durch Karlmann in einem Kapitular bekanntgemacht wurden 4 Kanones zu verschiedenen Anliegen der Kirchenreform, die sich an den Kanones des Concilium Germanicum 742 orientieren. Einen eigenen Überlieferungszweig bildet das Briefcorpus des Bonifatius. Inc.: Modo autem in hoc synodali conventu.

In der ältesten Handschrift (Vat. Pal. lat. 577) findet sich ein Verzeichnis von heidnischen Handlungen, der sog. Indiculus superstitionum et paganiarum, ediert bei A. Boretius (MGH Capit., 1), 1883, 223 Nr. 108 (dMGH), den man mit der Synode von Estinnes in Zusammenhang gebracht hat. Er stammt M. Glatthaar zufolge aus dem Umfeld des Bonifatius und gehört vielleicht wirklich zu den Reformsynoden von 742-744, doch ist die Zuweisung an eine bestimmte Synode ungewiss. Nach M. Mostert hingegen ist der Indiculus um 740 in Utrecht entstanden und dort von Bonifatius aufgegriffen worden.

Handschriften – Mss.

Literatur zu den Handschriften allgemein

Ausgaben – Edd.

Übersetzungen – Transl.

Deutsch

Englisch

Französisch

Italienisch

Literatur zum Werk – Comm.

Zum Indiculus

Erwähnungen in Werkartikeln

Letzte Änderung: 23.07.2021